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Helfen auch Sie mit, politische Gefangene in Nicaragua zu unterstützen!

Derzeit gibt es in Nicaragua mit Stand vom September 2022 insgesamt 219 politische Gefangene, davon 209 Menschen, die seit 2018 verhaftet wurden, und 10 Menschen, die vor 2018 verhaftet wurden. Sie alle leben unter unmenschlichen Bedingungen.

Ihre Mahlzeiten sind unzureichend und von schlechter Qualität. Darüber hinaus erhalten sie von den Gefängnisbehörden keine bittelich notwendigen Hygieneartikel und Medikamente. Sie sind deshalbkomplett von ihren Familien abhängig, die versuchen müssen, sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Die meisten dieser Familien befinden sich aber in einer sehr prekären wirtschaftlichen Situation und sind deshalb dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Wir rufen alle diejenigen, denen das Schicksal der politischen Gefangenen der Ortega-Murillo-Diktatur am Herzen liegt, dazu auf, sich an unerer Weihnachtsspendenaktion 2022 vom 10.Dezember bis zum 10.Januar 2023 zu beteiligen und gerne auch danach monatliche Dauerspenden einzurichten.

Alle Spenden gehen direkt an die Organisationen der betroffenen Familien in Nicaragua. Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Solidarität.

Wie können Sie helfen?

1. Mitmachen bei der Spendeaktion

Alle eingenommenen Geldspenden werden direkt für den Kauf von Lebensmittel, Hygienen und Medikamenten für die Inhaftierten in Nicaragua verwendet. Wir arbeiten dabei mit den beiden wichtigsten Organisationen zusammen, die die Familien der politischen Gefangenen unterstützen: dem „Komitee für die Freilassung der politischen Gefangenen“ (Comité Pro Liberaciòn de Presas y Presos Políticos, CPLPP) und dem „Verein der Familienangehörigen von politischen Gefangenen“ („Asociación de Familiares de Presos Políticos“, AFPP)

Wie kann man spenden? Hierfür gibt drei Möglichkeiten:

  • Durch eine Überweisung auf das Konto des Informationsbüro Nicaragua e.V. in Wuppertal mit dem Stichwort „Antirepressionsfond“, sie erhalten eine Spendenquittung. IBAN DE56 3305 0000 0000 9767 38, Stadtsparkasse Wuppertal, BIC WUPSDE33. Weitere Informationen auf Deutsch auf der Homepage des Infobüros
  • Alternativ per PayPal oder per Kreditkarte in Euro hier oder in Dollar hier. Klicken Sie auf den entsprechenden Link, und geben Sie den Betrag Ihrer Spende ein. Wählen Sie dann PayPal oder Kreditkarte, und füllen Sie die geforderten Informationen aus (Mitteilung: “NLSPP”, Konto des Stiftung Lleca). Vielen Dank!

Zurzeit suchen wir auch dringend Menschen, die sich zu einer „Patenschaft“ eines politischen Gefangenen entscheiden können und mit einer Dauerspende auf das Konto des Infobüros dazu beitragen können, daß deren Familie regelmäßig mit einem Betrag von etwa 30 Euro im Monat unterstützt wird. Auf diese Art und Weise können wir bedürftigen Familien langfristigere Unterstützung anbieten.

Jeder noch so bescheidene Betrag hilft – „Todos somos un volcán!“ – „Zusammen sind wir ein Vulkan!“, wie es die nicaraguanische Protestbewegung so schön formuliert hat.

Herzlichen Dank für Ihre Solidarität

Falls Sie eine offizielle Spendenbescheinigung benötigen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an nicaraguasinpresxs@gmail.com.

2. Verbreiten Sie unseren Spendeaufruf und Kampagne!

Bitte helfen Sie mit, Leute aus Ihrem Umfeld über die Krise in Nicaragua und insbesondere die prekäre Lage der politischen Gefangenen und Ihrer Angehörigen zu informieren. Schicken Sie den Link unserer Plattform weiter, und teilen Sie Geschichten der politischen Gefangenen, die wir während unserer Kampagnen veröffentlichen, in Ihren sozialen Medien. Verwenden Sie dafür die Hashtags #NavidadSinPresxsPoliticxs #LibertadYa #SOSNicaragua und / oder #LibertadparalosPresosPoliticos. Je mehr Menschen wir erreichen, desto besser!

Möchten Sie eine (Online-)Veranstaltung oder ein Informationstreffen organisieren, um auf die Situation der Menschenrechtsverletzungen und der politischen Gefangenen in Nicaragua aufmerksam zu machen? Wir helfen Ihnen gerne weiter! Wir können Sie mit Redner_innen, darunter ehemalige politische Gefangene oder Familienangehörige aktueller politischer Gefangener in Verbindung setzen, leiten Ihnen ausführliches Informationsmaterial weiter und helfen bei elektronischen oder logistischen Herausforderungen weiter.

Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an nicaraguasinpresxs@gmail.com, und wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen. Wir würden uns sehr freuen, auch Sie zu unterstützen!

Wir sind stets auf der Suche um professionelle Mithilfe bei grafischer Gestaltung, um unsere Kampagnen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Interesse, uns zu unterstützen? Schreiben Sie uns, wir würden uns sehr freuen, Sie dabei zu haben!

Lebensmittelpakete, Hygieneartikel und Medikamente: Unsere Spendeaktion besser verstehen

Warum helfen wir politischen Gefangenen über ihre Familien?

Neben ihren Anwälten dürfen politische Gefangene in Nicaragua nur von ihren direkten Familienmitgliedern oder PartnerInnen besucht werden. Und nur ein Familienmitglied pro Gefangenen ist berechtigt, Unterhaltspakete im Gefängnis abzugeben. Zudem sind politische Gefangene häufig von Veranstaltungen oder Programmen ausgeschlossen, die von anderen Nicht-Regierungs-Organisationen innerhalb der nicaraguanischen Gefängnisse organisiert werden. Aus diesem Grund sind die Besucher (d. h. Familienangehörige oder PartnerInnen) die einzigen Menschen, die den Gefangenen notwendige Lebensmittel, Medikamente und Körperpflegeprodukte bringen können – und oft auch ihr einziger Kontakt zur Aussenwelt.

Aber warum benötigen die Gefangenen diese Produkte überhaupt? Stellt die nicaraguanische Regierung oder die Haftanstalt diese nicht zur Verfügung?

Nein. Es ist allgemein bekannt, dass nicaraguanische Gefangene keine angemessene Ernährung, Hygiene oder Gesundheitsversorgung erhalten (siehe den Bericht von CENIDH). Das Gefängnissystem des Landes war bereits vor Beginn der politischen Krise 2018 überfüllt und unterfinanziert, und die meisten Gefängnisse sind in einem schlechten Zustand. Die Gefangenen sind weitgehend von ihren Familien abhängig, um zu überleben – sowohl körperlich als auch psychisch. Die Situation in den Polizeigefängnissen, wie z. B. dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis «Chipote», ist dabei noch schlimmer: Dort müssen die Familienangehörigen den Gefangenen täglich ihr Essen abliefern. In den restlichen Gefängnissen können hingegen wöchentlich oder zwei Mal pro Woche Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln mitgebracht oder abgegeben werden. Obwohl das Gefängnissystem Grundnahrungsmittel (bekannt in Nicaragua als “la chupeta”) zur Verfügung stellt, sind diese in jeder Hinsicht unzureichend (Menge, Qualität und Hygiene – es handelt sich im Wesentlichen um gekochten Reis mit ein oder zwei Bohnen!) und müssen daher privat ergänzt werden. Alle anderen Produkte können nur im Gefängnis gekauft werden. Beispielsweise müssen Familien selbst für Matratzen, Kissen, Decken oder Kleidung für die Gefangenen aufkommen. Konkret bedeutet das, dass die betroffenen Familien durchschnittlich 50 bis 100 Euro pro Monat ausgeben, um ihre inhaftierten Verwandten zu besuchen und zu versorgen.

Das ist ziemlich viel Geld für eine durchschnittliche Familie in Nicaragua…

Ja allerdings – und man kann sich gar nicht vorstellen, welche enorme Belastung das für die Haushalte darstellt, die ohnehin nur über geringe Mittel verfügen. Die Mehrzahl der politischen Gefangenen war vor ihrer Verhaftung verantwortlich für den wirtschaftlichen Erwerb der Familie. Viele von ihnen haben Kleinkinder, und einige sind selbst in schlechter gesundheitlicher Verfassung. In einigen Fällen sind sogar mehrere Mitglieder derselben Familie inhaftiert worden!

Die Reisekosten, insbesondere von den verschiedenen, teils abgelegenen Wohnorten zu den Gefängnissen stellt ebenfalls eine grosse Herausforderung dar. Alle politischen Gefangenen sind in Haftanstalten innerhalb oder in der Nähe von Managua, Nicaraguas Hauptstadt inhaftiert. Dies entspricht nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, und belastet diejenigen Familien zusätzlich, die regelmässig von weit her anreisen müssen, um ihre inhaftierten Verwandten zu besuchen. Aus diesem Grund versuchen diejenigen Familien, die in oder der Nähe der Hauptstadt wohnen, zusätzliche Lebensmittel für die politischen Gefangenen aus den abgelegeren Gebieten zu besorgen und im Gefängnis abzuliefern.

Und der Verein für politische Gefangene in Nicaragua unterstützt und organisiert das?

Ja, ganz genau, und auch die (ehemaligen) politischen Gefangenen helfen mit, weil die Solidarität unter ihnen sehr stark ist. Das Komitee der Familienangehörigen politischer Gefangener (CPLPP) und die Vereinigung der Familienangehörigen politischer Gefangener (AFPP) wurden gegründet, um gemeinsam für die Freilassung der politischen Gefangenen zu kämpfen, damit die Familienangehörigen sich gegenseitig über Gerichtsprozesse informieren, emotionalen Beistand leisten und gemeinsam die Unterstützung ihrer zu Unrecht inhaftierten Familienangehörigen organisieren können. Nach der Freilassung vieler politischer Gefangener Mitte 2019 begann die nicaraguanische Union der politischen Gefangenen (UPPN) mit der Organisation der Unterstützung ehemaliger politischer Gefangener, die mit vielen Schwierigkeiten bei der Suche nach Arbeit und Lebensunterhalt sowie mit Traumata und (oft ununterbrochenen) Schikanen der Polizei konfrontiert sind. Unsere Kampagne «Freies Nicaragua ohne politische Gefangene» (in Spanisch «Nicaragua Libre Sin Presxs Políticxs») arbeitet hierbei direkt mit allen drei Organisationen zusammen und unterstützt Sie mit dieser Weihnachtsaktion direkt.

Vielen Dank!

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