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Helfen auch Sie mit, politische Gefangene in Nicaragua zu unterstützen!

Derzeit gibt es in Nicaragua über 160 politische Gefangene, die unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert sind. Ihre Mahlzeiten sind unzureichend und von schlechter Qualität. Darüber hinaus erhalten sie von den Gefängnisbehörden keine bitterlich notwendigen Hygieneartikel und Medikamente. Sie sind deshalb komplett abhängig von ihren Familien, die versuchen, sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Die meisten von diesen befinden sich aber in sehr prekären wirtschaftlichen Situationen und sind deshalb dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Wir rufen all diejenigen auf, denen das Schicksal der politischen Gefangenen der Ortega-Murillo-Diktatur am Herzen liegt, auf, sich an unserer Weihnachts-Spendeaktion 2021 (vom 20. Dezember 2021 bis zum 10. Januar 2022) zu beteiligen. Dabei sind auch monatliche Unterstützungsbeiträge möglich.

Alle Spenden gehen direkt an die Organisation der betroffenen Familien in Nicaragua. Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Solidarität!

Wie können Sie helfen?

1. Mitmachen bei der Spendeaktion

Alle eingenommenen Geldspenden werden direkt für den Kauf von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten für die Inhaftierten in Nicaragua verwendet. Wir arbeiten dabei mit den beiden wichtigsten Organisationen, die die Familien der politischen Gefangenen unterstützen, zusammen: Dem «Komitee der Freilassung der politischen Gefangenen» (“Comité Pro Liberación de Presas y Presos Políticos”, CPLPP) und dem «Verein der Familienangehörigen von politischen Gefangenen» (“Asociación de Familiares de Presos Políticos”, AFPP).

Wie kann man spenden? Hierfür gibt drei Möglichkeiten:

  • Durch eine Überweisung auf das IBAN-Konto NL34 ABNA 0629 480 478; Begünstigter: “Stichting Lleca”; Mitteilung: “NLSPP”. (Falls erforderlich, folgenden BIC / Swift der Bank angeben: ABNANL2A und die Adresse: ABN AMRO N.V., Gustav Mahlerlaan 10, 1082 PP Amsterdam, Niederlande).
  • Alternativ per PayPal oder per Kreditkarte in Euro hier oder in Dollar hier. Klicken Sie auf den entsprechenden Link, und geben Sie den Betrag Ihrer Spende ein. Wählen Sie dann PayPal oder Kreditkarte, und füllen Sie die geforderten Informationen aus (Mitteilung: “NLSPP”). Vielen Dank!

Zurzeit suchen wir auch drigend nach Spenderinnen und Spendern, die sich für die “Patenschaft” von politischen Gefangenen und ihren Angehörigen mit niedrigem Einkommen (umgerechnet etwa 30 Euro pro Monat) verpflichten können. Auf diese Weise können wir bedürftigen Familien langfristigere Unterstützung bieten. Sollten Sie sich für eine monatliche Spende entscheiden, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an nicaraguasinpresxs@gmail.com, um Informationen über “Ihren” politischen Gefangenen zu erhalten – einschließlich der Kontaktdaten seiner Familie, falls Sie einen direkten Kontakt wünschen. Sie können Ihre Spende über die obigen Daten entweder über Ihre Bank oder über PayPal überweisen, Letzteres mit der Option «monatliche Spende».

Jeder noch so bescheidene Beitrag hilft – “Juntos somos un volcán!” – «zusammen sind wir ein Vulkan!», wie es die nicaraguanische Protestbewegung so schön formuliert hat.

Herzlichen Dank für Ihre Solidarität!

Falls Sie eine offizielle Spendenbescheinigung benötigen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an nicaraguasinpresxs@gmail.com.

2. Verbreiten Sie unseren Spendeaufruf und Kampagne!

Bitte helfen Sie mit, Leute aus Ihrem Umfeld über die Krise in Nicaragua und insbesondere die prekäre Lage der politischen Gefangenen und Ihrer Angehörigen zu informieren. Schicken Sie den Link unserer Plattform weiter, und teilen Sie Geschichten der politischen Gefangenen, die wir während unserer Kampagnen veröffentlichen, in Ihren sozialen Medien. Verwenden Sie dafür die Hashtags #NavidadSinPresxsPoliticxs #LibertadYa #SOSNicaragua und / oder #LibertadparalosPresosPoliticos. Je mehr Menschen wir erreichen, desto besser!

Möchten Sie eine (Online-)Veranstaltung oder ein Informationstreffen organisieren, um auf die Situation der Menschenrechtsverletzungen und der politischen Gefangenen in Nicaragua aufmerksam zu machen? Wir helfen Ihnen gerne weiter! Wir können Sie mit Redner_innen, darunter ehemalige politische Gefangene oder Familienangehörige aktueller politischer Gefangener in Verbindung setzen, leiten Ihnen ausführliches Informationsmaterial weiter und helfen bei elektronischen oder logistischen Herausforderungen weiter.

Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an nicaraguasinpresxs@gmail.com, und wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen. Wir würden uns sehr freuen, auch Sie zu unterstützen!

Wir sind stets auf der Suche um professionelle Mithilfe bei grafischer Gestaltung, um unsere Kampagnen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Interesse, uns zu unterstützen? Schreiben Sie uns, wir würden uns sehr freuen, Sie dabei zu haben!

Aktuelles zur Weihnachts-Spendeaktion 2021

Unsere Weihnachts-Spendeaktion 2021 ist in den sozialen Medien von SOSNicaragua-Europa und allen teilnehmenden Gruppen am 20. Dezember 2021 lanciert worden. In den nächsten Wochen werden fortlaufend persönliche Profile von politischen Gefangenen auf unserer Homepage in der Sparte «Aktuelles und Gefangenen-Profile» veröffentlicht.

Lebensmittelpakete, Hygieneartikel und Medikamente: Unsere Spendeaktion besser verstehen

Warum helfen wir politischen Gefangenen über ihre Familien?

Neben ihren Anwälten dürfen politische Gefangene in Nicaragua nur von ihren direkten Familienmitgliedern oder PartnerInnen besucht werden. Und nur ein Familienmitglied pro Gefangenen ist berechtigt, Unterhaltspakete im Gefängnis abzugeben. Zudem sind politische Gefangene häufig von Veranstaltungen oder Programmen ausgeschlossen, die von anderen Nicht-Regierungs-Organisationen innerhalb der nicaraguanischen Gefängnisse organisiert werden. Aus diesem Grund sind die Besucher (d. h. Familienangehörige oder PartnerInnen) die einzigen Menschen, die den Gefangenen notwendige Lebensmittel, Medikamente und Körperpflegeprodukte bringen können – und oft auch ihr einziger Kontakt zur Aussenwelt.

Aber warum benötigen die Gefangenen diese Produkte überhaupt? Stellt die nicaraguanische Regierung oder die Haftanstalt diese nicht zur Verfügung?

Nein. Es ist allgemein bekannt, dass nicaraguanische Gefangene keine angemessene Ernährung, Hygiene oder Gesundheitsversorgung erhalten (siehe den Bericht von CENIDH). Das Gefängnissystem des Landes war bereits vor Beginn der politischen Krise 2018 überfüllt und unterfinanziert, und die meisten Gefängnisse sind in einem schlechten Zustand. Die Gefangenen sind weitgehend von ihren Familien abhängig, um zu überleben – sowohl körperlich als auch psychisch. Die Situation in den Polizeigefängnissen, wie z. B. dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis «Chipote», ist dabei noch schlimmer: Dort müssen die Familienangehörigen den Gefangenen täglich ihr Essen abliefern. In den restlichen Gefängnissen können hingegen wöchentlich oder zwei Mal pro Woche Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln mitgebracht oder abgegeben werden. Obwohl das Gefängnissystem Grundnahrungsmittel (bekannt in Nicaragua als “la chupeta”) zur Verfügung stellt, sind diese in jeder Hinsicht unzureichend (Menge, Qualität und Hygiene – es handelt sich im Wesentlichen um gekochten Reis mit ein oder zwei Bohnen!) und müssen daher privat ergänzt werden. Alle anderen Produkte können nur im Gefängnis gekauft werden. Beispielsweise müssen Familien selbst für Matratzen, Kissen, Decken oder Kleidung für die Gefangenen aufkommen. Konkret bedeutet das, dass die betroffenen Familien durchschnittlich 50 bis 100 Euro pro Monat ausgeben, um ihre inhaftierten Verwandten zu besuchen und zu versorgen.

Das ist ziemlich viel Geld für eine durchschnittliche Familie in Nicaragua…

Ja allerdings – und man kann sich gar nicht vorstellen, welche enorme Belastung das für die Haushalte darstellt, die ohnehin nur über geringe Mittel verfügen. Die Mehrzahl der politischen Gefangenen war vor ihrer Verhaftung verantwortlich für den wirtschaftlichen Erwerb der Familie. Viele von ihnen haben Kleinkinder, und einige sind selbst in schlechter gesundheitlicher Verfassung. In einigen Fällen sind sogar mehrere Mitglieder derselben Familie inhaftiert worden!

Die Reisekosten, insbesondere von den verschiedenen, teils abgelegenen Wohnorten zu den Gefängnissen stellt ebenfalls eine grosse Herausforderung dar. Alle politischen Gefangenen sind in Haftanstalten innerhalb oder in der Nähe von Managua, Nicaraguas Hauptstadt inhaftiert. Dies entspricht nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, und belastet diejenigen Familien zusätzlich, die regelmässig von weit her anreisen müssen, um ihre inhaftierten Verwandten zu besuchen. Aus diesem Grund versuchen diejenigen Familien, die in oder der Nähe der Hauptstadt wohnen, zusätzliche Lebensmittel für die politischen Gefangenen aus den abgelegeren Gebieten zu besorgen und im Gefängnis abzuliefern.

Und der Verein für politische Gefangene in Nicaragua unterstützt und organisiert das?

Ja, ganz genau, und auch die (ehemaligen) politischen Gefangenen helfen mit, weil die Solidarität unter ihnen sehr stark ist. Das Komitee der Familienangehörigen politischer Gefangener (CPLPP) und die Vereinigung der Familienangehörigen politischer Gefangener (AFPP) wurden gegründet, um gemeinsam für die Freilassung der politischen Gefangenen zu kämpfen, damit die Familienangehörigen sich gegenseitig über Gerichtsprozesse informieren, emotionalen Beistand leisten und gemeinsam die Unterstützung ihrer zu Unrecht inhaftierten Familienangehörigen organisieren können. Nach der Freilassung vieler politischer Gefangener Mitte 2019 begann die nicaraguanische Union der politischen Gefangenen (UPPN) mit der Organisation der Unterstützung ehemaliger politischer Gefangener, die mit vielen Schwierigkeiten bei der Suche nach Arbeit und Lebensunterhalt sowie mit Traumata und (oft ununterbrochenen) Schikanen der Polizei konfrontiert sind. Unsere Kampagne «Freies Nicaragua ohne politische Gefangene» (in Spanisch «Nicaragua Libre Sin Presxs Políticxs») arbeitet hierbei direkt mit allen drei Organisationen zusammen und unterstützt Sie mit dieser Weihnachtsaktion direkt.

Vielen Dank!

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